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aktualisiert am 26.03.12    V49

Referat  ”Wissenschaft und Forschung”

ReferentInnen:   Herr Dr. Heim 
                          Frau Vollmar

Termin: am 23.06.2012 findet in der RWTH Aachen ein Fachkongress zu neuorkognitiven Aspekten der Entwicklungsdyslexie statt.

Entwicklungsdyslexie  ist  eine  Störung  im  Leselernprozess, die  sich  nicht  durch  mangelnde  Intelligenz  oder  Schulbildung  erklären  lässt. 
Mit  einer  Prävalenz  von  bis  zu  20% handelt  es  sich  um  eine  bedeutende  Entwicklungsstörung im Grundschulalter. Die  zugrunde  liegenden Mechanismen werden sowohl auf neurobiologischer als auch auf kognitiver  Ebene  beschrieben,  die  genauen  Ursachen  werden 
jedoch  weiterhin  kontrovers  diskutiert.  Neuere  Theorien stellen Störungen der phonologischen, auditiven oder visuell-magnozellulären 
Verarbeitung,  der  Aufmerksamkeit oder der Automatisierung  in den Vordergrund. Auf neurobiologischer  Ebene werden  sowohl  Veränderungen 
in  der Lateralisierung  als  auch  strukturelle  Abweichungen  im Kleinhirn, im visuellen Wortformareal oder in perisylvischen Regionen  beschrieben. 
Die  Heterogenität  dieser  Befunde hat  zu  der  Annahme  unterschiedlicher  Subtypen  der  Entwicklungsdyslexie  geführt,  die  sich  in 
unterschiedlichen kognitiven  oder  neurobiologischen  Defiziten  äußern.  Das Vorhandensein von Subtypen würde unter anderem erklären, 
warum nicht alle Kinder gleichermaßen von den angebotenen Trainingsprogrammen profitieren.  
Die beiden durch das BMBF im Rahmen der Initiative „Neurowissenschaften  –  Instruktion  –  Lernen“  geförderten Projekte  „Ein  multivariates  Profil 

 der  Dyslexie  für  spezifische Diagnostik und  Intervention bei  Leseproblemen“  (NIL 2, BMBF 01GJ0613 und 01GJ0614) und „Effekte von 
spezifischem  vs.  unspezifischem  Training  auf  Hirnfunktion  und Performanz  bei  kognitiven  Subtypen  von  Dyslexie“  (NIL  3, BMBF  01GJ0805) 
haben  untersucht,  inwieweit  sich  Subgruppen  der  Entwicklungsdyslexie  auf  kognitiver  und  neurobiologischer  Ebene  nachweisen  lassen  und 
 ob  Kinder dementsprechend  subtypenspezifisch  trainiert  werden sollten. Auf der Tagung  „Neurokognitive Aspekte der Entwicklungsdyslexie“ 
stellen  nun  Mitarbeiter  der  beiden Projekte  ihre  Ergebnisse  vor. 
Ergänzt werden die Vorträge durch die beiden Gastredner Prof. Dr. Walter Sturm von der RWTH Aachen und Dr. Andreas Mayer von der 

Universität zu Köln. 

Flyer/ Programm als pdf