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Termin: am 23.06.2012 findet in der RWTH Aachen ein Fachkongress zu neuorkognitiven Aspekten der Entwicklungsdyslexie statt.
Entwicklungsdyslexie ist eine Störung im Leselernprozess, die sich nicht durch mangelnde Intelligenz oder Schulbildung erklären lässt. Mit einer Prävalenz von bis zu 20% handelt es sich um eine bedeutende Entwicklungsstörung im Grundschulalter. Die zugrunde liegenden Mechanismen werden sowohl auf neurobiologischer als auch auf kognitiver Ebene beschrieben, die genauen Ursachen werden jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Neuere Theorien stellen Störungen der phonologischen, auditiven oder visuell-magnozellulären Verarbeitung, der Aufmerksamkeit oder der Automatisierung in den Vordergrund. Auf neurobiologischer Ebene werden sowohl Veränderungen in der Lateralisierung als auch strukturelle Abweichungen im Kleinhirn, im visuellen Wortformareal oder in perisylvischen Regionen beschrieben. Die Heterogenität dieser Befunde hat zu der Annahme unterschiedlicher Subtypen der Entwicklungsdyslexie geführt, die sich in unterschiedlichen kognitiven oder neurobiologischen Defiziten äußern. Das Vorhandensein von Subtypen würde unter anderem erklären, warum nicht alle Kinder gleichermaßen von den angebotenen Trainingsprogrammen profitieren. Die beiden durch das BMBF im Rahmen der Initiative „Neurowissenschaften – Instruktion – Lernen“ geförderten Projekte „Ein multivariates Profil der Dyslexie für spezifische Diagnostik und Intervention bei Leseproblemen“ (NIL 2, BMBF 01GJ0613 und 01GJ0614) und „Effekte von spezifischem vs. unspezifischem Training auf Hirnfunktion und Performanz bei kognitiven Subtypen von Dyslexie“ (NIL 3, BMBF 01GJ0805) haben untersucht, inwieweit sich Subgruppen der Entwicklungsdyslexie auf kognitiver und neurobiologischer Ebene nachweisen lassen und ob Kinder dementsprechend subtypenspezifisch trainiert werden sollten. Auf der Tagung „Neurokognitive Aspekte der Entwicklungsdyslexie“ stellen nun Mitarbeiter der beiden Projekte ihre Ergebnisse vor. Ergänzt werden die Vorträge durch die beiden Gastredner Prof. Dr. Walter Sturm von der RWTH Aachen und Dr. Andreas Mayer von der Universität zu Köln.
Flyer/ Programm als pdf
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